Workshop: Hardware-orientiertes situiertes Wissensmanagement

Veranstaltet auf der 9te Konferenz Professionelles Wissensmanagement (5.-7. April 2017 in Karlsruhe)

Der Erfolg eines Unternehmens basiert auf der Wissensbasis der Mitarbeiter. Diesen Erfolg gilt es langfristig sicherzustellen, wodurch dem Wissensmanagement eine entscheidende Bedeutung zukommt. Dieser Workshop hat zum Ziel, Möglichkeiten der Wissensvermittlung auf Basis von Hardware zu beleuchten. Dabei sollen nicht allumfänglich Ziele verfolgt werden, vielmehr wird Wert auf einen situierten Ansatz gelegt. Dem Menschen als Wissensträger und -konsument kommt eine besondere Rolle zu. Um die Effektivität eines Wissensmanagements sicherzustellen, müssen sowohl die Bedürfnisse der Menschen, als auch kontextuelle Rahmenbedingungen einbezogen werden. Situiert bedeutet in diesem Kontext die nutzerzentrierte Gestaltung des Wissensmanagements direkt an der (Produktions-)Maschine. Im Zuge der Digitalisierung gilt es, den Einsatz von technischen Lösungskonzepten und deren Integration in das Arbeitsumfeld ebenfalls vor dem Hintergrund der Nutzerzentrierung zu erörtern.

Organisatoren

Programm Komitee

  • Dipl.-Inf. Felix Baumann
  • Darwin Abele, M.Sc.
  • Sven Hoffmann, M.Sc.
  • Dipl.-Wirt.Inf. Christoph Kotthaus
  • Dr. Thomas Ludwig
  • Dr. Fabiano Pinatti

Scope des Workshops

Die deutsche Industrielandschaft zeichnet sich durch eine Vielzahl s.g. Hidden Champions aus. Neben vorreitender Technologie setzt sich der Erfolg der deutschen Wirtschaft vornehmlich aus dem Wissen und Arbeitsvermögen der MitarbeiterInnen zusammen (Kohl et al. 2016). Das zeigt deutlich der oftmals niedrige Automatisierungsgrad bzw. hohe manuelle Fertigungsgrad bei gleichzeitig guter Marktstellung. Vor dem Hintergrund des durch den Kunden implizit aufgebauten Drucks durch steigende Variantenvielfalt, kleinere Losgrößen und erhöhte Produktkomplexitäten wird die Fertigungssteuerung und -überwachung von Produktionsmaschinenzunehmend unübersichtlich. Eine Vielzahl von Prozessparametern unterschiedlicher integrierter Produktionsressourcen steht in unmittelbarer Wechselwirkung mit den späteren Eigenschaften und derBeschaffenheit des Fertigungserzeugnisses.

Daher kommt dem Wissen der MitarbeiterInnen in deutschen Betrieben hinsichtlich mehrerer Faktoren eine entscheidende Bedeutung zu: Die Qualität der Produkte wird maßgeblich durch das gesammelte Erfahrungswissen beeinflusst. Zu nennen sind beispielsweise Maschineneinstellungen und -konfigurationen, Materialreaktionen und Umgebungseinflüsse, welche durch den/die Mitarbeiter/In erfasst, verarbeitet und in Aktionen umgesetzt werden, um die Qualität des Fertigungserzeugnisses sicherzustellen. Neben der Qualität eines Erzeugnisses, ist die Herstellungsdauer von hohem wirtschaftlichem Interesse. Diese Herstellungsdauer sinkt nachweislich mit zunehmendem Erfahrungswissen und macht daher eine Produktion effektiver, effizienter und daher wirtschaftlicher.

Wie können nun aber neue MitarbeiterInnen von dem langjährig aufgebauten Erfahrungswissen anderer MitarbeiterInnen profitieren? Beispielsweise erkennen Experten Störgrößen, welche Auswirkungen auf den Produktionsprozess haben und können durch Anpassungen von physischen Maschinenkonfigurationen oder von einzelnen Programmzeilen einer Maschine auf die Störungen reagieren. Daher gilt es ein situiertes Wissensmanagement an der Maschine zu etablieren, um den Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiter direkt an der Maschine Erfahrungen weiterer MitarbeiterInnen und Experten aufzubereiten und somit Wissen zu vermitteln.

Kohl, H.; Mertens, K.; Seidel, H.: Wissensmanagement im Mittelstand. Springer, Berlin, 2009.

Erwartete Ergebnisse

Innerhalb dieses Workshops gilt es die Probleme und Herausforderungen von situiertem Wissensmanagement zu thematisieren und neue Lösungsansätze zu präsentieren, welche die verschiedenen Sichtweisen (Arbeitgeber, Arbeitnehmer, rechtliche Standpunkte und Wissenschaft) aufbereitet. Dabei werden folgende Ergebnisse erwartet:

  • Aktuelle Chancen und Herausforderungen bei der Vermittlung von Wissen an der Maschine.
  • Technische Lösungskonzepte, z.B. durch mobile Technologien (Smartphone, Tablet) oder Wearables (Smartwatch, Smart Glasses).
  • Wechselwirkungen zwischen Mensch und Maschine.
  • Definition der Rolle von cyber-physischen Systemen bei Wissensmanagement.
  • Strategien zur Vermeidung von Information Overload bei der Wissensvermittlung.

Einreichungdetails

Bei der Einreichung wird zwischen Full- und Position-Paper unterschieden. Full-Paper stellen bereits Ergebnisse von abgeschlossenen wissenschaftlichen Studien vor. Position-Paper können spekulative oder auch noch Work-In-Progress Paper sein, über deren Ergebnisse ausgiebig diskutiert werden kann.

Full-Paper sollen eine maximale Seitenanzahl von 16 Seiten und Position-Paper von 8 Seiten nicht zu überschreiten.

Wichtige Daten:

  • Einreichungsdeadline: 06.02.2016
  • Benachrichtigung der Autoren: 20.02.2016
  • Camera-Ready Version: 27.02.2016

Das Template befindet sich hier.

Bitte senden Sie die Beiträge an situiertes-wm@listserv.uni-siegen.de